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Kulturstiftung übergibt Napoleonsturm an die Mildenseer Heimatfreunde zur Nutzung

MZ 15.7.05 Mildensee ist auf den Beinen. Reifere Herren mit weinroten Westen kommen summend aus der einen Richtung, Frauen und Männer in Trachten aus der anderen. Das Ziel ist immer gleich: Es geht zum Napoleonsturm. Hier versammeln sich unter der glühenden Sonne des gestrigen Nachmittags der Chor, die Trachtengruppe, die Heimatfreunde und die ganz normalen Bewohner des Dessauer Vorortes, um einen freudigen Anlass zu feiern. Nach mehrmonatiger Sanierung übergibt die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz den „Turm der acht Winde” zur künftigen Nutzung an die Heimatfreunde. „Ich weiß nicht, wovon ich mehr beeindruckt bin, vom restaurierten Turm oder von dem, was sie auf die Beine gestellt haben”, würdigt Stiftungsdirektor Thomas Weiss das Engagement des Vereins. Den abgeschlossenen Kooperationsvertrag bezeichnet er als eine „elegante Lösung, für die wir sehr dankbar sind”. Dankbar zum einen für den Enthusiasmus der Mildenseer, zum anderen aber auch für die vorangegangene Sanierungsarbeit, die mit 446 000 Euro aus dem Hochwasserfond von Land und Bund finanziert wurde. 2002 war der Sockel des Turms überflutet, und das Wasser schädigte das bis dahin ohnehin immer nur notdürftig reparierte Gebäude zusätzlich. Die Bauarbeiten beschränkten sich deshalb nicht allein auf den Sockelbereich. Für den Turm gab es wieder eine Kupferbe dachung, der Putz wurde außen und innen erneuert und in bauzeitlichen Farben gestrichen, die Türen sind restauriert und das Gitter des Umgangs ist ebenfalls rekonstruiert. Bei all dem wurden 73 Prozent der Bausumme in Firmen des Gartenreichs investiert, informiert Weiss. An den Mildenseer Heimatfreunden liegt es nun, den Napoleonsturm mit Leben zu füllen. Dieter Kaufmann, der Vorsitzende des Vereins, präsentiert gestern bereits das erste Exponat einer künftigen Ausstellung. Stolz zeigt er den symbolischen Schlüssel, den ihm Thomas Weiss zuvor überreichte, in die Runde. „Wir freuen uns riesig, das, was wir vorbereitet haben, ab September zeigen zu können.” Kaufmann spricht von einer Ausstellung über den Agrarfachmann Christian Gebhard Nordmann, die anlässlich seines 250. Geburtstages beim anstehenden Nordmannfest im oberen Raum des Turmes eröffnet werden soll. "Wir werden den Turm so nutzen, dass alle etwas davon haben", verspricht er. Darauf stoßen die Mildenseer freudig an und noch immer passt das Lied, welches der Männerchor zu Beginn anstimmte „Heut ist ein wunderschöner Tag”.

Schlüsselübergabe Napo

 

 

Schlüsselübergabe Napo

Schlüsselübergabe Napo

Schlüsselübergabe Napo

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  Turm 03-05

Napoleonsturm in neuem Glanz

Sanierung, nach einiger Verspätung beendet - Übergabe an Heimatverein

Die nassen Füße bekamen dem Turm der acht Winde gar nicht gut. Mehrere Wochen stand er im Sommer 2002 im Hochwasser, das dem Mildenseer Wahrzeichen erhebliche Schäden zufügte. Auf 500 000 Euro wurde damals der Sanierungsbedarf geschätzt. Ein Jahr nach der Flut ließ die Kulturstiftung den Turm in Baugerüste hüllen und veranlasste die Restaurierung. Die Kulturstiftung hatte durch die von Bund und Land bereitgestellten Fördermittel Gelegenheit, das früher eher notdürftig reparierte und inzwischen geschädigte Baudenkmal komplett instand zu setzen. Es erhielt wieder eine Kupferbedachung, der Putz außen wie innen wurde erneuert und in bauzeitlichen Farbtönen gestrichen, die Türen sind restauriert oder nach alten Fotos nachgebaut, das Gitter des Umgangs ist ebenfalls rekonstruiert.. Erheblicher Aufwand war auch an den Sandsteinelementen erforderlich, an den Natursteinbekleidungen im Sockelraum, nicht zuletzt bei der Gestaltung der Außenanlagen. Nun, wo all diese Arbeiten beendet sind, wird es Zeit den Napoleonstrum wieder der Öffentlichkeit zu übergeben. Am 15.07.05 um 14 Uhr soll dies in Mildensee geschehen. Die Kulturstiftung übergibt das Bauwerk dem Verein Mildenseer Heimatfreunde zur Nutzung, der beabsichtigt, im Obergeschoss eine Ausstellung zum Wirken des bedeutenden Agrarfachmannes Christian Gebhard Nordmann in Pötnitz einzurichten. Die Nordmann-Trachtengruppe sowie der Männergesangsverein des Vorortes werden die feierliche Schlüsselübergabe am Freitag umrahmen.

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Seit Montag versteckt er sich hinter einer Folie, scheint gestützt zu werden von einem Gerüst. Der Putz fällt. Der Napoleonsturm in Mildensee wird saniert. Während des Hochwassers im vorigen Jahr stand das 200 Jahre alte Bauwerk mehrere Wochen im Wasser. Die Nässe zog bis in den Turm. Das Dach lässt Feuchtigkeit von oben rein. „Die Trockenlegung ist deshalb zunächst einmal die wichtigste Aufgabe", erörtert Annette Scholtka, Sachgebietsleiterin Baudenkmalpflege bei der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Auch für kommende Hochwasser will man künftig besser gewappnet sein und versieht den Turm im oberen Bereich mit einer Horizontalsperre. „Wenn es dann noch einmal nass wird, kann die Feuchtigkeit nicht bis nach ganz oben steigen, sondern wird im Unterbau gestoppt." Im Inneren des Turmes ist der Putz weich wie Pappe. Ein leichtes Anklopfen und er fällt ab. „Hier werden wir wohl ebenfalls alles runterholen müssen", befürchtet Scholtka. Was sich unter der Dachkonstruktion verbirgt, wissen die Fachleute indes noch nicht. „Auf jeden Fall werden wir das Dach so sichern, dass es dicht ist", kündigt Architekt Jan-Holger Kahl an. „Welchen Aufwand wir dabei betreiben müssen, werden wir sehen, wenn wir es geöffnet haben." Die Eingangstür zum Turm sei noch ein originales Stück, berichtet Annette Scholtka. „Die werden wir natürlich aufarbeiten und erhalten." Nachgebaut hingegen wird die Original-Holztür zum Grottenraum. Aufwändig saniert wird auch die äußere Porphyrsteinmauer neben dem Grotteneingang. „Das Wasser hat die Steine erst hochgedrückt, später haben sie sich wieder gesenkt und es sind Risse entstanden", erläutert Kahl. Um die Mauer erhalten zu können, wurde ein steingenaues Aufmaß gemacht, so dass die Steine abgetragen und wieder neu zusammengesetzt werden. In einem Punkt kann der Architekt insbesondere die Mildenseer beruhigen: Einsturz gefährdet ist der Napoleonsturm nicht. Im Unterbau wird durch Salzkompressen dem Mauerwerk das schädliche Salz entzogen. Die beschädigte Natursteinfassung wird durch Rasen-Eisen-Steine ergänzt. „Und wir werden die Fenster wieder öffnen, so wie es früher war", kündigt Kahl an, der dies von der ältesten bekannten Fotografie aus dem Jahr 1895 her kennt. Unter der jetzigen Estrich-Schicht verbirgt sich ein Natursteinboden. Auch dieser wird im Zuge der Sanierung freigelegt und aufgearbeitet. „Das alles wollen wir bis Ende nächsten Jahres fertig haben." Etwas mehr als 400 000 Euro werden dann in den „Turm der acht Winde" investiert worden sein. Verbaut von „denkmalerfahrenen Firmen, die möglichst aus Dessau und der Umgebung kommen sollen", so Kahl. Spätestens 2005 können die Mildenseer ihren Turm dann ganz und gar in Besitz nehmen. Mit einem Heimatmuseum im oberen Bereich und dem Grottenraum für Veranstaltungen. „Das Interesse der Leute hier an dieser Sanierung ist sehr groß, größer als bei jedem anderen Bauwerk, das wir sanieren", hat Annette Scholtka beobachtet. Quelle MZ / 09-03

Gute Nachrichten gibt es für den Napoleonsturm in Mildensee: Das Kulturdenkmal, das Eigentum der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz ist, kann mit Mitteln aus dem Hochwasserprogramm des Bundes zur Rettung von Kunst- und Kulturgütern saniert werden. Der Turm steht auf der Projektliste, eine Summe von 500 000 Euro ist in Abstimmung mit dem Bundesministerium, der Stiftung und dem Regierungspräsidium beantragt und genehmigt worden. Das Wahrzeichen des Vorortes, das im Jahr 2009 seinen 200. Geburtstag feiert, hat durch das Jahrhunderthochwasser im August stark gelitten. Der Turm hatte wochenlang im Wasser gestanden, so dass die Nässe hoch gekrochen ist und nun droht, auch die selbst tragende gewölbte Kuppel zu zerstören. „Wir schätzen den Schaden auf 500 000 Euro", erklärt Reinhard Alex, Bauexperte der Kulturstiftung. „Entsprechende Voruntersuchungen und vorbereitende Arbeiten mit dem Restaurator, Architekten und Statiker zur genaueren Analyse sind angelaufen." Bei den Mildenseern, den zukünftigen Nutzern des „Turmes der acht Winde", herrscht große Freude über die Sanierungs. „Ohne Sanierung hätte er seinen 200. Geburtstag nicht mehr erlebt", beschreibt Dieter Kaufmann vom Heimatverein die Dringlichkeit. Die Mildenseer möchten zum 200. Geburtstag eine Dauerausstellung zu Leben und Wirken des Landschaftspioniers Gebhard Nordmann im Wahrzeichen ihres Ortes einrichten. „Die Sanierung des Turmes ist ein großes Anliegen der Mildenseer und das Engagement deshalb sehr groß", berichtet Ortsbürgermeisterin Angelika Storz. Viele haben bereits auf das Spendenkonto eingezahlt. „Wir werden weiter sammeln und das Geld für die Einrichtung der Nordmannstube verwenden."
Quelle MZ / 07-03
 

Turmkuppel

 
Turmsanierung
  Die Turmkuppel, die den Unterbau vom Oberbau trennt vor der Sanierung - Die Fenster und die obere Öffnung werden danach wieder offen sein          
Der alte Putz wurde entfernt        
                       
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Das Verhältnis des Mildenseer Ortschaftsrates zur Kulturstiftung Dessau-Wörlitz ist getrübt. Diesen Schluss lässt ein Brief zu, den die Ortsbürgermeisterin Angelika Storz an den Direktor der Stiftung, Thomas Weiss, geschrieben hat. Anlass für die Verärgerung der Mildenseer ist die Tatsache, dass im Zuge der Sanierung des Napoleonsturmes der Putz von einer Schönebecker Firma abgeschlagen wird. „Man hatte uns in der Vorbesprechung mit dem Architekten zugesichert, dass Mildenseer Firmen einbezogen würden. Und nun sind schon die ersten Arbeiten nach außerhalb vergeben“, erklärt Angelika Storz die Befindlichkeiten. Heimatverein und Ortschaftsrat hätten sich mit viel Engagement um die Fördermittel für die Sanierung bemüht und werden ehrenamtlich den Turm betreiben. „Deshalb sehen wir es als offenen Affront gegen die ortsansässigen Firmen, die gar keine Chance erhalten haben.“ Stiftungsdirektor Thomas Weiss empfindet das Vorgehen des Ortschaftsrates als „höchst eigenartig“, wie er im MZ-Gespräch verdeutlicht. „Ohne das klärende Gespräch mit uns zu suchen, hat sich Frau Storz an die Öffentlichkeit gewandt. Auf solche Weise werden Partner brüskiert.“ In einem Brief erläutert Weiss das Procedere des Ausschreibungsverfahrens und der Firmenauswahl. „Wir reden hier von einem Denkmal des Weltkulturerbes, das darf nicht vergessen werden.“ Entsprechend hohe Anforderungen würde die Kulturstiftung an die Firmen stellen, die mit Sanierungsarbeiten betraut werden. Die Arbeiten am Napoleonsturm wurden in einer beschränkten Ausschreibung vergeben. „Es kommt uns darauf an, dass wir mit Firmen zusammenarbeiten, die wir kennen oder die uns empfohlen wurden.“ Deshalb wurden für die Vergabe des ersten Loses, Putzentfernung und -erneuerung, sieben Firmen gezielt ausgewählt aus der Region und Sachsen-Anhalt. Davon zwei Dessauer. „Von denen eine abgesagt und die andere gar nicht geantwortet hat.“ Die Auftragsvergabe sei an Regularien gebunden, „an die wir uns strikt halten“, so Weiss. „Wir können die Vergabe doch nicht nach persönlicher Bekanntschaft praktizieren.“ Auch der Mildenseer Heimatverein sei enttäuscht, dass keine hiesige Firma am Turm arbeitet, betont Vorsitzender Dieter Kaufmann und hat den Architekten Jan-Holger Kahl Anfang November zu einem klärenden Gespräch eingeladen. „Je mehr Fremdfirmen daran arbeiten, je fremder wird uns der Turm werden.“ Der Verein befürchtet, dass die Mildenseer Firmen nicht mehr als Sponsoren zur Verfügung stehen, wenn sie von der Sanierung ausgeschlossen werden. Thomas Weiss bringt in seinem Brief an Frau Storz die Hoffnung zum Ausdruck, von „einer verärgerten Reaktion wieder zu einer sachbezogenen Zusammenarbeit zurückkehren zu können“. Quelle MZ /10-03

       
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Letztes Update am 19.07.2005
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