StadtwappenDessau Mildensee
Hintergrund  
Geschichte von Mildensee
Der Name Mildensee ist nach dem See benannt an dem der Ort liegt. Einem Altwasser der Mulde die bis vor hundert Jahren noch Milde genannt wurde.

Bahnhof DellnauDorfschmiede pötnitz

Scholitzer BrückeNapo

Scholitzer HofPötnitzer Kirche

Karte von 1902  
 

 

Dessau - Mildensee, östlicher Stadtteil von Dessau. Er entstand aus drei Dörfern slawischen Ursprungs : Pötnitz, Scholitz und Dellnau. Pötnitz und Scholitz wurden 1179 erstmalig urkundlich erwähnt, Dessau dagegen erst 1213. Beides waren Gutsdörfer im Besitz des reichen Nienburger Klosters - ein sogenannter Konvent unter einem Probst, also ein Verwaltungsbezirk des Klosters Nienburg an der Saale. Der erste nachweisbare Probst war von 1209 bis 1220 Conradus. Die Konventsgebäude lagen an der Kirche, der Wirtschaftshof nach dem See zu. Gleichzeitig war hier auch der Archidiakonatssitz des Erzbischofs von Magdeburgfür die rechtsmuldische Diözese. Dieser "bannus mildensis" hatte seinen Sitz in Pötnitz. Pötnitz war der wirtschaftliche Mittelpunkt und zum Markt erhoben. Dellnau erscheint urkundlich 1205, ebenfalls als Besitz des Klosters Nienburg. 1523 wird das Dorf wüst und erst 1706 von Fürst Leopold I. , dem alten Dessauer (1676-1747), neu angelegt. Bis 1750 wird Dellnau von Pötnitz verwaltet, Scholitz sogar bis 1848.

Kirche PötnitzAm Rande des Tiergartens (Wildpark zwischen Dessau und Mildensee) steht die Mildenseer Kirche, die 1198 erstmals erwähnt und vom Magdeburger Erzbischof Ludolf zur Pfarrkirche erhoben wurde.

 

Christian Gebhard Nordmann übernahm 1778 das grosse Gut in Pötnitz. Durch die Umstellung auf neuzeitliche Betriebsweisen erzielte er grosse landwirtschaftliche Erfolge. Es gab drei Berühmtheiten : Pötnitzer Schafzucht, Pötnitzer Mastochsen und Pötnitzer Weizen. Für die Zuchterfolge wurde Nordmann vom preußischen Staatsrat Thaer, dem Begründer der wissenschaftlichen Landwirtschaft, ausgezeichnet. Pötnitz wurde durch den Oberamtmann Nordmann in ganz Deutschland bekannt und aus ganz Deutschland kamen Kunden. Pötnitz bestand als Restgut bis 1919 und verfiel dann der Aufteilung. Im entstehenden Wohngebiet "Dellnauer Acker" gibt es seit 1996 den "Nordmannring".

Wörlitzer Eisenbahn

Am 22.September 1894 wurde die Eisenbahnlinie Dessau - Wörlitz feierlich eröffnet. Die Strecke führte vom Wörlitzer Bahnhof , nahedem Hauptbahnhof, über Jonitz (Waldersee) nach Dellnau und weiter über Oranienbaum nach Wörlitz Mildensee hatte drei Haltepunkte: Dessau - Ost, Dellnau und An der Adria. Der Personenverkehr wurde 1968 eingestellt, weil der Busverkehr bevorzugt wurde. Am 23.Mai 1982 wurde der Saisonverkehr wieder aufgenommen.

 

Die früheren Dörfer Pötnitz, Scholitz und Dellnau wurden am 1.Mai 1930 zur Stadt Dessau eingemeindet. Sie hießen dann Dessau-Pötnitz, Dessau-Scholitz und Dessau-Dellnau. Am 15.April 1933 wurden die drei Orte wieder ausgemeindet und unter dem historischen Namen Mildensee zusammengefasst und vom Kaufmann Justin Herre verwaltet. - Gemeindeamt -

 

Mildensee liegt an der Autobahnstrecke Berlin - Dessau - München, die am 5. November 1938 eröffnet wurde. Ein halbes Jahr später wurde dann an der Abfahrt Dessau Ost auch ein Freibad eröffnet. Um die Autobahn von Dessau zu erreichen wurde die Muldbrücke verbreitert und die Zufahrtsstrasse angelegt, die seit 1993 Oranienbaumer Chaussee heißt. Sie verbindet die Stadtmitte mit Mildensee auf dem kürzesten Weg, der früher durch die Wasserstadt über Waldersee führte.

 

Am 4.Mai 1945 marschierte die Rote Armee in Mildensee ein. Am 1. November wurde Mildensee dann erneut nach Dessau eingemeindet.

Adria

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Letztes Update 08.01.2007
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